Die Güte zu den Eltern

Freitagspredigt am 05.03.2021

Allah taala sagt im Koran: „Fürchtet Allah und sterbt nicht anders denn als Muslime.“ [Qur’an 3:102].

Der Prophet Musa, aleihi Selam, ging morgens an einem Grab vorbei. Er hörte, wie ein Mann darin gequält wurde. Als er abends wieder am selben Grab vorbei ging, hörte er nichts mehr. Daraufhin fragte er Allah taala, wie das sein kann. Allah sagte, dass Er sich schäme den Mann zu quälen, wenn der Sohn des Mannes das hört.

Die Gelehrten erwähnten die größten Sünden. Die größte Sünde ist die Beigesellung Allahs, also der Schirk. Aber auch andere Sünden wie Mord, Diebstahl, lästern oder das Verzehren des Vermögens von Waisen. Außerdem muss man immer gut zu den Menschen sein, besonders zu seinen Eltern.

Laut einem Hadith fragten die Gefährten den Propheten, salAllahu aleihi wa Selam, nach den großen Sünden. Er antwortete in folgender Reihenfolge:

  1. Schirk
  2. Ungehorsam gegenüber den Eltern
  3. falsche Zeugenaussage, also Meineid

Allah taala sagt im Koran: „Und dient Allah und gesellt ihm nichts bei. Und zu den Eltern sollt ihr gütig sein.“ [Qur’an 4: 36].

Dazu gehört auch die Dankbarkeit. D. h., man soll zuerst Allah taala und dann den Eltern dankbar sein. Die Tatsache, dass der Gehorsam bzw. der Dank gegenüber Allah direkt mit dem Gehorsam gegenüber den Eltern verbunden ist, zeigt, was für eine hohe Stellung die Eltern haben. Man muss stets auf seine Eltern hören, solange sie nicht etwas verlangen, was dem Islam widerspricht.

In einem weiteren Hadith fragten die Gefährten den Propheten, salAllahu aleihi wa Selam, nach den von Allah taala geliebten Taten. Er, salAllahu aleihi wa Selam, nannte das Gebet zur rechten Zeit, der Gehorsam gegenüber den Eltern und der Jihad auf dem Wege Allahs. Hier wird die Güte gegenüber den Eltern sogar vor dem Jihad erwähnt.

Es gibt sehr viele Ahadith über die gute Behandlung der Eltern. Z. B. dass das Paradies unter den Füßen der Mutter liegt. [al-Nasai, Dschihad, 12]

In einen weiteren Hadith fragte ein Mann den Propheten, salAllahu aleihi wa Selam, wer am meisten Recht auf die gute Behandlung hat. Dieser, salAllahu aleihi wa Selam, sagte: „Deine Mutter.“ Und dann? „Deine Mutter.“ Und dann? „Deine Mutter.“ Und dann? „Dann dein Vater.“ [Bukhari, 71, 5971]

Die Gelehrten sagen sogar, dass man freiwillige Gebete unterbrechen soll, wenn die Eltern nach einem rufen.

Nach einem anderen Hadith gibt es drei Arten von Menschen, die Allah taala am jüngsten Tag nicht anschauen wird, d.h. sie sind von seiner Barmherzigkeit ausgeschlossen:

  1. Wer nicht gut zu seinen Eltern ist und sie nicht respektiert.
  2. Wer Sünden begeht und sie weiter erzählt.
  3. Wer seine guten Taten weiter erzählt.

Im Koran steht sogar, dass man nicht einmal „Uff“ zu seinen Eltern sagen soll: “Dein Herr hat befohlen, dass ihr nur Ihm alleine dient und gut zu den Eltern seid. Wenn einer der beiden bei dir oder beide das hohe Alter erreichen, so sag nicht “uff” zu ihnen (aus Verdrossenheit); schelte sie nicht, sondern sprich zu ihnen in schönen Worten.” [Qur’an 17:23].

Ein Mann fragte den Propheten, salAllahu aleihi wa Selam, ob er ins Paradies kommt, wenn er betet, fastet und die Zakat bezahlt. Dieser, salAllahu aleihi wa Selam, antwortete, ja, wenn er gut zu seinen Eltern ist.

Die Zufriedenheit Allahs mit einem Menschen hängt auch von der Zufriedenheit der Eltern mit diesem ab. Dies bedeutet, die gute Behandlung der Eltern entscheiden mit, ob man letztendlich ins Paradies oder in die Hölle eingeht. Es ist ein großer Verlust, wenn man erlebt, dass die Eltern alt werden und man sich nicht um sie kümmert.

Für die meisten Sünden wird man nur im Diesseits oder im Jenseits bestraft. Aber für die schlechte Behandlung der Eltern wird man im Diesseits UND im Jenseits bestraft.

Nach vielen Gelehrten sollte man fünf mal am Tag Bittgebete für seine Eltern sprechen, damit die eigenen Kinder auch für einen beten.

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